Nach stundenlangen Vorbereitungstreffen mit Bernie, einer sehr detallierten Essensplanung fuer die 3 Tage, Biwak bauen ueben und letztendlich unseren Rucksack packen ging dann um 5 Uhr morgens das Abenteuer los!
Eigentlich noch total uebermuedet vom Kids Camp und mit brummendem Schaedel, dank dem Kajak, habe ich mich aus dem Bett gequaelt um zu unsrer 3-taegigen Wandertour aufzubrechen.
Alexia ist freundlicherweise mit uns gefahren ist, sodass wir ein Auto am Endpunkt lassen konnten, und selbstaendig dann nach Hause zu fahren.
Natuerlich hatten wir die Wettervorhersage gelesen, aber uns trotz 3 Tage Regen auf den Weg gemacht.
Am Anfang ging es noch trocken los aber wir waren keine Stunde gelaufen als wir schon in den ersten Hagel kamen. Das fing ja schon mal gut an...Doch dabei blieb es nicht! Je hoeher wir kamen desto kaelter wurde es und ploetzlich befanden wir uns mitten im Schnee und es war eisig kalt. Solange wir liefen war die Kaelte auszuhalten aber als wir zum Lunch kurz angehalten haben waer es bitter kalt!
Durch den vielen Regen und Schnee waren unsere Wege keine Wege mehr sondern einfach grosse Pfuetzen, Matschloecher oder der ganze Weg hatte sich in einen kleinen Bach verwandelt.
Am Anfang versucht man die Pfuetzen zu umgehen um moeglichst trocken zu bleiben aber man kommt zu dem Punkt an dem es einem einfach egal ist und man durch die Pfuetzen und Matschloecher laeuft weil die Fuesse sowieso schon nass sind...
Neben den vielen Pfuetzen mussten wir auch einige Fluesse ueberqueren was wegen des vielen Regen nicht immer einfach war!
Dass uns einige Wanderer denen wir davor begegnet sind noch erzaehlten, dass der erste der Fluesse gefaehrlich sei und ob wir ein Seil dabei haetten und dass wir ja vorsichtig sein sollen, verunsicherte uns dann doch etwas...
Mit vereinten Kraeften haben wir die Flussueberquerung dann doch gemeistert...auch ohne Seil!
Am Abend waren wir dann sehr erleichtert ueber die Huette, die einen Feuerofen hatte und wir unsere ganzen Kleider und Schuhe wieder trockenen konnten.
Der zweite Tag fing zum Glueck ohne Regen an. Doch schon nach ca 1,5 Stunden standen wir vor einer Weggabelung (im Regen:)) die entweder am Fluss entlang fueherte oder wenn der Fluss Hochwasser hat soll man die Alternativroute etwas oberhalb des Flusses waehlen. Wir entschieden uns wegen des vielen Regens für die alternative Route etwas oberhalb. Relativ steil ging es also den Berg hoch und es gab Stellen wo wir uns nur an irgendwelchen Wurzeln den Hang hochziehen konnten. Ploetzlich aber standen wir direkt an einem Abgrund. Die Wegzeichen fuehreten uns direkt am Abgrund entlang. Unter uns war ein riesiger Erdrutsch. und auf unsrerm Weg waren schon rießige Risse in der Erde und ich hatte wirklich noch nie so Angst um mich. Ich dachte wirklich, dass der Teil auf dem wir gerade laufen in der nächsten Sekunde den Hang runter stürtzen wird. Wir versuchten dem ausgeschilderten Weg zu folgen aber mit etwas mehr Abstand zum Abgrund. So quetschten wir und durch das enge Gebüsch was sich als gar nicht so einfach herausstellte mit unserem großen Rucksack. Wir zogen also den Rucksack ab und quetschten ihn zuerst durch das Gebüsch und krabbelten schließlich hinterher. Zum Glück entfernten wir uns dann immer weiter von dem Abgrund...
Tag 2 war der Tag an dem ich an meine Grenzen kam. Wir frühstückten in der Huette morgens um halb 9 und wir wollten Lunch an der nächsten Huette machen an der wir vorbei kommen. Doch es stellte sich raus, dass diese weiter entfernt ist, als wir dachten. So war es mittlerweile schon halb 4 Uhr und wir hatten immern noch nichts gegessen seit dem Frühstück. Und da bin ich echt an einen Punkt gekommen wo ich NULL Energie mehr hatte und einfach keinen Schritt weiter gehen wollte. Ich weiß nicht wie wir es noch bis zur Cone Hut geschafft haben wo wir endlich Mittag gegessen haben um 4. Kurz spielten wir mit dem Gedanken die Nacht in dieser Hütte zu verbringen weil wir nicht sicher waren ob wir unsere geplante Übernachtungshütte vor Dunkelheit erreichen würden.
Aber diese Hütte hatte weder Kochmöglichkeiten noch Wasser zu verfügung, also beschlossen wir es zu versuchen. In eiligem Schritte und mit neuer Energie spurteten wir also bis zu unsrer Hütte und erreichten diese auch zum Glück noch vor Einbruch der Dunkelheit.
Nach einem warmen Abendessen machten wir uns es dann mit unseren Schlafsäcken vor dem Feuer gemütlich.
Der letzte Tag brachte auch einige Überraschungen mit sich. Wege die einfach vor dem Abrund endeten und wir unseren eigenen Weg durch den Busch suchen musste. Irren im Wald weil wir die Wegzeichen nach der Flussüberquerung verloren haben. Aber der Höhepunkt des dritten Tages war wohl der Moment als wir nach dem letzen Aufstieg den Hügel überqerten und Zivilisation vor uns sahen. Ich war noch nie so erleichtert irgendwelche Häuser und Strommasten zu sehen:)
Von weitem konnte man auch das Auto der Jungs sehen, dass wir 3 Tage in einem ähnlichen Camp wie El Rancho gelassen hatten. Doch von weitem erkannten wir auch, dass das Auto eingepark war von einem anderen Auto...unsere Gedanken waren nur: Welcher Id.....hat bitte unser Auto eingeparkt??
Der Abstieg zum Camp zog sich noch etwas und wir waren üeberglücklich als wir schließlich das Auto erreichten. Aus dem Auto, dass uns zugeparkt hatte sprangen hysterisch Bernie und ihre zwei Töchter und Alexia. Sie alle waren gekommen um uns abzuholen weil sie sich schreckliche Sorgen wegen dem Unwetter um uns gemacht haben, so wie alle anderen auf dem Camp auch. Wir waren Wandern im schlimmsten Schneeunwetter seit 25 Jahren und alle dachten, dass wir nicht wieder zurück kommen. Im Nachhinein kann ich ihre Sorgen wirklich verstehen. 3 Tage ohne Handynetz total abgeschotten von jeglicher Zivilisation und dann noch die schlechtesten Wetter Verhältnisse haben unseren Trip erst richtig spannend gemacht...:)
Ich glaube das gesamte Camp hat 3 Tage lang ununterbrochen für und gebetet und das erste was Bernie gemacht hat als sie uns gesehen hat war der Anruf ins Camp : Sie leben noch!!
Bernie hat uns im Nachhinein erzählt, dass einige der Leiter auf dem Camp wirklich besorgt um uns waren und schon gesagt haben, dass es falsch war uns bei diesem Wetter gehen zu lassen.
Nunja der ganze Trip war ein wirklich prägendes Erlebnis für mich und ich weiß nun wann meine körperliche Gernze erreicht ist! Außerdem bin ich echt stolz auf uns, dass wir die Route so gelaufen sind wie wir sie geplant haben trotz 3 Tage Dauerregen und den schlechten Wegverhältnissen. Letztendlich haben wir einen großen Teil Bernie zu verdanken, die das alles wirklich sehr ausführlich mit uns geplant hat und uns sämtliche Ausrüstung zur Verfügung gestellt hat!
Ich bin froh, dass wir es ohne Verletzungen geschafft haben und ich hab noch nie so lang und heiß geduscht wie nach den 3 Tagen;)
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